Genannt wurden sie Max und Moritz,Hans-guck-in-die-Luft, Zappelphilipp. Immer wieder neue Bezeichnungen für ‹auffällige› Kinder aus der psychologischen Medizin.
Die Rede ist vom Psychoorganischen Syndrom (POS) heute ADS oder ADHS genannt. Die Schulmedizin geht davon aus, dass es sich um eine Störung des Dopaminstoffwechsels handelt, wofür sie als Antwort das Medikament Ritalin anbietet.Dopamin ist ein Botenstoff, für die Reizweiterleitung innerhalb des Nervensystems.
Viele kritische Fragen zur Ritalin Verabreichung werden ignoriert oder verharmlost. Was für Spätfolgen können sich daraus entwickeln, wenn ein noch nicht ausgereiftes Gehirn täglich Psychopharmaka erhält, welches in den hochkomplexen Stoffwechsel eingreift?
Die Autoren des Buches: ‹Neues vom Zappelphilipp› (Gerald Hüther / Helmut Bonney) befürchten, dass es im späteren Leben zu einer Störung im Dopaminhaushalt kommen und sich daraus die Parkinson-Krankheit entwickeln könnte.
Die Abgabe von Ritalin steigt jährlich rapide an: Schweizweit von 13kg im Jahr 1996 auf 108 kg im Jahr 2002. Zahlreich sind die Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, Muskelzuckungen, Schlafstörungen, paranoide Psychosen, Tic’s, Herzrhythmusstörungen usw. Neue Erkenntnisse ergaben, dass Ritalin süchtig macht.
Derart scheinbar rasch wirksame Medikamente verhindern, dass wir genau hinsehen, uns hinterfragen. Wie und in welcher Art können unsere Kinder ihre Kindheit noch ausleben?
Kinder sind lebhaft, stürmisch, lachend,singend, hüpfend, suchen forschend ihre Grenzen, entdecken Natur und das Leben. In unserer Gesellschaft wird aber von ihnen zunehmend verlangt, dass sie folgsam still sitzen, immer mehr und schneller lernen müssen. Kinder sollen angepasst, lieb, nett und erfolgreich sein.
Was tun mit einem Kind, welches an den Nerven von Eltern und Lehrer zerrt? Sehr schnell gibt es Situationen, in welchen die erziehende Person nicht mehr weiter weiss, verzweifelt. Diese Kinder scheinen oftmals auf keine Erziehungsmassnahme zu reagieren: sie sind überaus aktiv, schon eine einfache Mahlzeit kann sich zum Prüfstand der Nerven entwickeln. In der Schule treten Lernschwierigkeiten auf, aufgrund von: Ruhelosigkeit, grob- und feinmotorischen Störungen, Konzentrationsschwächen, Impulsivität. Vielfach bestehen körperliche und seelische Entwicklungs-Rückstände. Oft sind diese Kinder einseitig begabt, in einem Fach unterfordert, im andern Fach überfordert. Jedes ADSKind ist anders, hat andere Fehlleistungen.
Eine klare Diagnose ist schwierig und beinhaltet eingehende Abklärungen durch Fachleute. Vermutungen über die Ursache des ADS-Syndroms gibt es viele: Vererbung, schwierige Schwangerschaft/Geburt, Stoffwechselstörungen, Nahrungsmittelallergien und soziale Probleme sind die meistgenannten.
Wie kann diesen Kindern geholfen werden, damit ihre Kindheit von einer positipositiven, fröhlichen und selbstbewussten Entwicklung geprägt wird? Kleine Änderungen in ihrem Leben unterstützen den Weg zur Heilung: Reduktion und Vermeidung von: Zucker, Lebensmittelfarbstoffen, Cola, Eistee. Einschränkung der Computer- und Fernsehzeit. Tagesstrukturen, genügend Bewegungsmöglichkeiten und Freiräume.
Es geht darum, dass die positiven Seiten gesehen und gefördert werden, denn diese Kinder sprühen vor Energie, Lebensfreude und Kreativität. Sie sind sensibel, spontan und offen für alles Neue, sie können begeistern und mitreissen, sie zeigen neue, spannende, interessante Wege.