Von Gehirn, Herz, Leber, Lunge, zum Magen, Niere, zur Muskulatur und Haut.
Die Haut sollte also zuletzt heilen. Es ist ein gutes Zeichen wenn zuerst das Gemüt und dann erst der Körper heilt.
Wenn jemand krankhaft eifersüchtig ist und Hautausschläge hat, sollte er zuerst weniger eifersüchtig werden, erst anschliessend sollte die Haut heilen.
Alle Ausscheidungsreaktionen sind gut, denn sie wirken reinigend.
Reagiert jemand auf ein Mittel mit Durchfall oder Schnupfen, sollten diese, wenn sie nicht erschöpfend und ermattend wirken, keinesfalls gestoppt werden.
Ausscheidungen zu denen auch Schweiss und Fieber gehören sollten nicht leichtfertig unterdrückt werden.
Wird bei der Behandlung einer chronischen Krankheit Fieber unterdrückt, kann der Heilungsprozess gestört oder gestoppt werden. Oftmals ist es dann schwierig den Heilungsprozess von neuem in Gang zu bringen, vor allem, wenn es sich um schwere Erkrankungen (Krebs) oder Atoimunerkrankungen handelt.
Erstverschlimmerungen die nicht zu lange dauern und nicht zu heftig sind, sind ein gutes Zeichen denn sie zeugen von einer starken Lebenskraft. Es sollte möglichst nur zwei mal die gleiche Potenz verabreicht werden.
Um die Poten zu verändern, kann man bei akuten Erkrankungen, (wenn das Mittel häufig wiederholt werden muss) in Wasser gegeben werden. Vor jedem Schluck das Wasser 10 mal kräftig mit einem Holz oder Plastiklöffel um.
Akute Erkrankung oder eine Chronische?
Eine Akuterkrankung hat einen deutlich begrenzten Verlauf. Die Erkrankung beginnt plötzlich, hat einen Höhepunkt «eine Krise in der die Patientin auch sterben kann» und heilt dann von alleine.
Chronische Erkrankungen heilen in der Regel nicht von alleine.
Anamnese
(griech. Erinnerung) die Vorgeschichte einer Krankheit nach Angabe der Patienten.
Die Befragung der Patientin zur Anamnese verläuft bei einer chronisch-Erkrankten anders als bei einer akut-Erkrankten. Bei einer akuten Erkankung werden nur Symptome und Zeichen beachtet die, seit der Erkrankung der Patientin neu sind.
Die Homöopathin beobachtet die Patientin und achtet besonders auf aussergewöhnliche Symptome. Manchmal ist es von Nutzen die Angehörigen zu befragen, weil jeder Mensch sich nur vom eigenen Standpunkt wahrnimmt. So kann es beispielsweise sein, dass ihr nicht auffällt, wenn sie auf einen Hustenanfall mit einem kurzen Schluckauf reagiert.
Die chronischen Erkrankungen
Immer wiederkehrende Erkrankungen sind für uns Homöopathen chronisch.
Wer also 2-3 mal pro Jahr Ohrenschmerzen hat, ist chronisch krank und nicht akut.
Chronische Krankheiten werden umfassend behandelt. Es wird der Mensch in seiner Gesamtheit beurteilt. Die Anamnese dauert etwa 2 Stunden. Die Homöopathin schreibt dabei möglichst Wort für Wort auf was ihr der Patient erzählt. Es beginnt meist mit der Frage nach dem Behandlungsgrund. Nach Möglichkeit sollte der Patient während des Erzählens nicht unterbrochen werden. Danach will der Homöopath wissen, wann die Beschwerden angefangen haben, wo genau sie sind, wie sie sich zeigen, zu welchen Zeiten und Begebenheiten sie auftreten und unter welchen Umständen sich das Befinden verbessert oder verschlechtert. Ebenso wird nach der Kindheit, früheren Erkrankungen, Unfällen, Essensverlangen und Trinkverhalten, nach Träumen und sozialem Verhalten, nach Erkrankungen von Eltern und Geschwistern gefragt. Je nach Patient werden weitere wichtige Lebensumstände berücksichtigt.
Auf Grund dieser Anamnese wird das ähnlichste Mittel gesucht, ohne dabei den Patienten zu verurteilen, zu beurteilen oder etwas in ihn zu interpretieren. Der Patient sollte das spüren, so dass er frei erzählt und sich weder schämt noch schlecht fühlt.